Drohnen FAQ


Drohnen FAQ

Wann ist die Drohne ein „unbe­manntes Luft­fahrts­ystem“?

Der Gesetz­geber unterscheidet bei fern­gesteuerten Fluggeräten wie Drohnen zwischen „Flugmodellen“ und „unbe­mannten Luft­fahrts­ystemen“. Diese Unterscheidung ist für Hobby­piloten von entscheidender Bedeutung, weil für die Nutzung dieser beiden Drohnen­arten unterschiedliche Vorschriften und Bedingungen gelten. Der Betrieb von „Flugmodellen“ unterliegt im Allgemeinen weniger Einschränkungen. Die Abgrenzung zwischen unbe­mannten Flugmodellen und unbe­mannten Luft­fahrts­ystem erfolgt laut Definition des Bundes­ministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur „ausschließ­lich über den Zweck der Nutzung: Dient die Nutzung des Geräts dem Zwecke des Sports oder der Frei­zeit­gestaltung, so gelten die Rege­lungen für Flugmodelle. Ist mit dem Einsatz hingegen ein sons­tiger, insbesondere gewerb­licher Nutzungs­zwecks verbunden (z. B. Bild­aufnahmen mit dem Ziel des Verkaufs), so handelt es sich um ein unbe­manntes Luft­fahrts­ystem.“

 

Wann ist meine Drohne ein Flugmodell?

Der große Vorteil von Flugmodellen: Ihr Betrieb ist im Gegen­satz zu unbe­mannten Flug­systemen nicht „erlaub­nispflichtig“. Damit eine Drohne als Flugmodell einge­stuft wird, muss sie noch zwei weitere Bedingungen erfüllen: Sie darf nicht mehr als fünf Kilogramm wiegen und muss von einem Elektromotor angetrieben sein. Ein Verbrennungs­motor ist nicht zulässig. Modelle mit diesen Eigenschaften sind bei Hobby­piloten die beliebtesten und machen den weit­aus größten Teil der verkauften Drohnen aus. Dass ihr Betrieb „nicht erlaub­nispflichtig“ ist, heißt allerdings noch lange nicht, dass damit über­all geflogen werden darf. Dazu später mehr.

 

Ist eine spezielle Versicherung notwendig?

In der Regel: ja. Darum ganz wichtig vor dem ersten Start: den Versicherungs­schutz prüfen! Denn verursacht ein Frei­zeit­kapitän mit seiner Drohne einen Schaden, beispiels­weise durch einen Absturz, muss er dafür einstehen. Seit 2005 ist eine Haft­pflicht­versicherung für unbe­mannte Flug­objekte Pflicht. Solange es sich dabei um reines Spielzeug handelt, kann der Schutz einer privaten Haft­pflicht­versicherung möglicher­weise ausreichen. Allerdings ist recht­lich nicht eindeutig geklärt, welche Flug­objekte als Spielzeug gelten und welche nicht. Bevor sie ihre Drohne das erste Mal in die Luft steigen lassen, sollten Nutzer mit ihrer Versicherung unbe­dingt klären, ob sie eine Zusatz­versicherung abschließen müssen oder nicht. In den meisten Fällen dürfte dies der Fall sein. Entsprechende Zusatz­versicherungen sind ab etwa 40 Euro zu haben.

 

Wann ist eine Aufstiegs­genehmigung erforderlich?

Generell gilt, dass bei einer Nutzung für gewerb­liche Zwecke und für Drohnen mit mehr als fünf Kilogramm Gewicht eine sogenannte Aufstiegs­genehmigung der zuständigen Landes­luft­fahrt­behörde notwendig ist. Eine Aufstiegs­genehmigung wird entweder für Einzel­flüge erteilt oder für einen befristeten Zeitraum, beispiels­weise von zwei Jahren. Solche Genehmigungen sind gebühren­pflichtig und können mehrere 100 Euro kosten. Die Höhe der Gebühren ist von Bundes­land zu Bundes­land unterschiedlich. Wer eine Aufstiegs­genehmigung beantragt, muss unter anderem seine persönliche Eignung zum Steuern der Drohne nach­weisen. Zudem muss der Pilot belegen, dass er eine passende Haft­pflicht­versicherung abge­schlossen hat. Manche Bundes­länder erkennen die Aufstiegs­genehmigungen aus anderen Bundes­ländern an, andere nicht. Weiterführende Informationen und oft auch die entsprechenden Antrags­formulare sind bei den jeweiligen Landes­luft­fahrt­behörden erhältlich. Kontakt­adressen der Landes­luft­fahrt­behörden finden Sie unter folgendem Link auf der Internetseite des Luftfahrt-Bundesamtes.

 

Wer darf Hobby­drohnen steuern?

„Zu Zwecken des Sports oder der Frei­zeit­gestaltung“ darf im Grunde jeder eine elektrisch angetriebene Drohne unter fünf Kilogramm Gewicht steuern, auch Kinder und Jugend­liche. Ein Führer­schein, spezielle Genehmigungen oder Schu­lungen sind dafür nicht notwendig: Wie gesagt: Immer voraus­gesetzt, die Drohne wird nicht zu kommerziellen Zwecken benutzt. Angesichts der Risiken sollten Kinder und Jugend­liche Drohnen nur unter Aufsicht Erwachsener lenken. Selbst­redend sollten Drohnen nie unter Alkohol- oder Drogen­einfluss gesteuert werden.

 

Wo ist Fliegen mit Drohnen problemlos möglich?

Am unpro­blema­tischsten können Frei­zeitpiloten ihrem Hobby auf ausgewiesenen Modell­flugplätzen und auf dem eigenen Grund­stück nachgehen – voraus­gesetzt, sie wohnen nicht in einer ausgewiesenen Flug­verbots­zone wie beispiels­weise in unmittel­barer Nähe eines Flughafens (siehe nächster Absatz). Jenseits von voyeuristischen Absichten können Haus­besitzer beispiels­weise mittels ihrer Fotodrohne den Zustand des Daches ihres Eigenheims über­prüfen. Andern­orts ist das Flug­vergnügen oft nicht so einfach möglich. Von fremdem Grund darf eine Drohne grund­sätzlich nur mit Einwilligung des Eigentümers gestartet werden. Gleiches gilt für die Landung.

 

Wo gibt es unkontrollierten Luft­raum?

Grund­sätzlich zulässig ist Drohnen­flug nur im sogenannten unkontrollierten Luft­raum. Wo sich solche Zonen befinden, ist auf den Luft­raumkarten der Interna­tionalen Zivil­luft­fahrt-Organisation ICAO ersicht­lich. In diese Karten sollte jeder Hobby­pilot schauen, bevor er seine Drohne startet. Die Karten sind über den (Online-)Buch­handel erhältlich oder können auf dem Portal der deutschen Flugsicherung einge­sehen werden. Dazu muss man sich allerdings vorher registrieren und einloggen.

 

Wo darf grund­sätzlich nicht geflogen werden?

Das ist ein weites Feld, die Liste der Verbots­zonen für Drohnen ist lang. Generell gilt ein Flug­verbot im Umkreis von 1,5 Kilo­metern um die interna­tionalen deutschen Flughäfen. Auch über das Regierungs­viertel, über Atom­kraft­werke, Menschen­ansamm­lungen, Wohn­gebiete, Industrie­anlagen, Katastrophen­gebiete, Unfall­stellen und militärische Anlagen dürfen keine Privatdrohnen fliegen. Die Bestimmungen sind in den einzelnen Bundes­ländern nicht einheitlich. Hamburg gilt beispiels­weise generell als Flug­verbots­zone für Drohnen, in Berlin benötigen Hobby­piloten nahezu stadt­weit eine Aufstiegs­genehmigung. Ebenso sind beispiels­weise in Hannover, Frank­furt, Leipzig, Köln, Dresden, Düssel­dorf und Dort­mund große Teile des Stadt­gebiets generell Flug­verbots­zonen. In den Stadt­staaten Berlin, Bremen und Hamburg sowie in den Bundes­ländern Rhein­land-Pfalz und Baden-Württem­berg sind die Bestimmungen im Allgemeinen am strengsten.

 

Wie hoch und weit dürfen Drohnen fliegen?

Hobby­piloten in Deutsch­land dürfen ihre Drohne ausschließ­lich über Sicht­kontakt steuern. Das setzt der maximal möglichen Entfernung natürliche Grenzen: Bei 200, 300 Metern Entfernung sind die Grenzen der Sicht­reich­weite spätestens erreicht. Optische Hilfs­mittel wie Fern­gläser und Nachts­icht­geräte oder die Steuerung der Drohne über eine Bordkamera mit Live­stream-Funk­tion sind nicht zulässig. Um auf der sicheren Seite zu sein, sollten Hobby­piloten ihre Drohnen nicht höher als 100 Meter aufsteigen lassen.

EU-Regeln für Drohnen:

Gewährleistung von Sicherheit und Privatsphäre

 

Details zum Thema Drohnen im Wohngebiet und verbotene Gebiete hier.

Davon ab gilt bei allen Verboten:

Behörden dürfen Ausnahmen und Sondergenehmigungen erteilen, sofern vom Fluggerät keine besondere Gefahr ausgeht und der Flugverkehr nicht maßgeblich gefährdet wird.

 

Weitere Infos: BMVI.de

Sollten Sie eine Aufstiegserlaubnis brauchen finden sie diese hier.