Die neue Drohnen-Verordnung in Deutschland – das müssen Sie wissen!


Die neue Drohnen-Verordnung in Deutschland – das müssen Sie wissen!

Ab sofort müssen alle Drohnen-Piloten strengere Regeln einhalten. Was die neue Verordnung des Bundes erlaubt – und was nicht.

Wer braucht (k)einen Kenntnisnachweis

Welche Regeln beim Fliegen einer Drohne beachtet werden müssen, hängt vom Gewicht ab. Hier ist das Gesamtgewicht entscheidend, also inklusive Akku, Kamera und sonstigem Equipment – das sogenannte Abfluggewicht.

Fliegen sie immer in Sichtweite und steigen sie nicht über 100m auf, diese Bestimmungen müssen von allen Teilnehmern im Luftraum eingehalten werden.

Kennzeichen für Drohnen erforderlich

Die nächste Gewichtsklasse umfasst Fluggeräte von 250 Gramm bis zwei Kilogramm, was den Hauptteil der Drohnen ausmacht, die man beim Fachhändler kaufen sollte. Solche Geräte müssen nach der neuen Verordnung mit einer feuerfesten Kennzeichnung versehen werden, auf der sich Name und Adresse des Halters befindet.

Ebenfalls empfiehlt es sich eine Telefonnummer anzugeben, da man so schneller kontaktiert werden kann, falls die Drohne einmal verloren geht.

Eine genaue Auskunft welches Gerät gekennzeichnet werden muss und wo sie diese Kennzeichen bekommen, erhalten sie natürlich bei ihrem Fachhändler.

Fehlt er, liegt eine mit bis zu 50.000 Euro Geldbuße bedrohte Ordnungswidrigkeit vor.

Führerscheinpflicht für Drohnen

Wer eine Drohne mit mehr als 2 Kilogramm steuern will, braucht ebenfalls ab Oktober 2017 einen Kenntnisnachweis. Die Kenntnisse betreffen Anwendung und Navigation, der einschlägigen luftrechtlichen Grundlagen sowie der örtlichen Luftraumordnung. Das Mindestalter für einen solchen Kenntnisnachweis, den Luftsportvereine für die Steuerung von Flugmodellen erteilen können, liegt bei 14 Jahren. Ansonsten ist für die sogenannten unbemannten Luftfahrtsysteme eine mit einer Prüfung verbundene Bescheinigung des Luftfahrt-Bundesamts erforderlich. Mindestalter hierfür sind 16 Jahre. Beide Bescheinigungen gelten für 5 Jahre. Ansonsten berechtigt eine gültige Pilotenlizenz zum Steuern der Fluggeräte.

Ab 5 Kilogramm Gesamtgewicht nur mit Erlaubnis

Einer Erlaubnis bedarf künftig der Betrieb unbemannter Fluggeräte ab 5 Kilogramm Gesamtgewicht. Unterhalb dieser Gewichtsgrenze ist der Betrieb erlaubnisfrei. Wenn man über eine Flughöhe von 100 Metern steigen will, benötigt man zusätzlich eine Aufstiegserlaubnis von der Landesluftfahrtbehörde.

Allgemein gilt jedoch:

Alle Fluggeräte, darunter Drohnen, müssen in Sichtweite der sie steuernden Person bleiben, wenn sie weniger als 5 Kilogramm wiegen.

Bei weniger als 250 Gramm Gewicht ist beim Betrieb mit einer Videobrille ausnahmsweise der Flug außer Sichtweite erlaubt – aber nur wenn die Flughöhe unter 30 Meter bleibt.

Maximal erlaubte Flughöhe sind im Übrigen 100 Meter über dem Boden, sofern vor Ort keine speziellen Ausnahmen wie z. B. auf Modellflugplätzen gelten.

Tabu ist insbesondere der Flug über Menschenansammlungen und Unglücksorten. Dabei ist auch ein Seitenabstand von bis zu 100 Meter zu ihnen einzuhalten. Dasselbe gilt unter anderem für Industrieanlagen, militärischen Anlagen, Polizeistellen, Justizvollzugsanstalten, Krankenhäusern und Regierungsgebäuden wie etwa den Bundestag. Ausnahmen davon sind in begründeten Fällen mit behördlicher Erlaubnis möglich.

Über Wohngrundstücken gilt ein Flugverbot, wenn das Startgewicht des Fluggeräts 250 Gramm übersteigt oder es Kameras, Mikrofone oder Antennen zum Empfang von Funksignalen an Bord hat.

Sichern Sie sich ab: Haftpflichtversicherung zahlt nicht immer im Schadensfall

Um gegen alle Ansprüche aus eventuellen Schäden versichert zu sein, empfiehlt es sich eine separate Modellflugversicherung abzuschließen. Im privaten Bereich ziehen viele Versicherungen langsam nach und decken den Modellflug in ihrer Haftpflicht mit ab. Fragen sie am Besten bei Ihrer Versicherung nach und lassen gegebenenfalls ihre Police erneuern. Für den gewerblichen Sektor ist eine Versicherung unerlässlich um gegen Folgeschäden abgesichert zu sein. Mittlerweile gibt es verschiedene Anbieter mit unterschiedlichen Leistungen, unterschieden wird hier auch in Versicherungsschutz mit und ohne Bild- / Videoaufnahmen.

Um eine optimale Beratung für seine Ansprüche zu bekommen, ist das Gespräch mit einem kompetenten Fachhändler ratsam.

Die neuen Regelungen zur Drohnen Verordnung 2017 ab 01.10.2017 in Kraft